PVC-Bodenbelag ein Bodenbelag mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten

 

Hört oder liest man PVC, oder auch Polyvynilchlorid,  so ist der Begriff doch sehr negativ behaftet. Automatisch assoziiert man diesen Begriff mit den Eigenschaften „umweltschädlich“ oder „gesundheitsgefährdend“. Ursächlich für die Zuweisung dieser Eigenschaften sind sicherlich neben dem hohen Energieaufwand zur Herstellung auch die Weichmacher, die dem Werkstoff zugegeben werden, um ihn elastisch werden zu lassen.  Betrachtet man die heutige Herstellung und Verwendung von PVC aber im Detail, so wandelt sich das negativ behaftete Bild des Werkstoffes ein Stück weit.

Herstellung von PVC-Bodenbelag – Hightech für die Füße

Bereits seit 1912 wird PVC in Deutschland hergestellt (Quelle: Wikipedia) und hielt innerhalb kürzester Zeit Einzug in die Baustoffwelt als ein universell einsetzbarer Werkstoff für die unterschiedlichsten Anwendungsgebiete. Das Ursprungsmaterial des Bodenbelages ist an sich spröde und hart.  Es besteht aus Kohlenwasserstoff und dem Kochsalzbestandteil Chlor.  Erst die Zugabe von Weichmachern machen den Werkstoff für die Bodenbelagsproduktion nutzbar. Früher wurden bei der Produktion des Materials – vermutlich aus Unwissenheit zur damaligen Zeit – durchaus gesundheitsschädliche Materialien zugesetzt.  Betrachtet man die heutigen Herstellungsverfahren wird aber schnell klar – mit dem PVC von 1912 hat der heutige Werkstoff immer weniger gemein. Insbesondere beim Einsatz im Innenbereich wird vermehrt auf die Verwendung phtalatfreier Weichmacher geachtet. Viele Hersteller passen ihre Herstellung des PVC-Bodenbelages  den Anforderungen von Umweltzeichen wie „Blauer Engel“ an, um emissionsarme und in der Wohnumwelt gesundheitlich unbedenkliche Bodenbeläge herzustellen.

Vorteile von PVC-Boden

PVC-Boden wartet mit einer ganzen Reihe von Vorteilen im Vergleich zu anderen Bodenarten auf.  Der Werkstoff  besitzt eine hohe mechanische Beständigkeit und verkratzt somit nicht so schnell wie andere Belagsarten wie Parkett oder Linoleum. Zudem bringt er von Haus aus eine hohe chemische Beständigkeit mit und ist damit unempfindlich gegen einige Säuren und Laugen. Das macht ihn zu einer guten Wahl für Industrie und Gewerbe. Da PVC meist in Rollen hergestellt wird ist er zudem kostengünstiger als andere Bodenbeläge und leichter auf großen Flächen zu verlegen. Er ist wasserundurchlässig und mit seiner Korrosionsbeständigkeit auf eine lange Nutzungsdauer ausgelegt. PVC kann antistatisch verlegt werden und ist deshalb insbesondere in der Industrie, aber auch in Krankenhäusern als Bodenbelag für Operationsräume eine beliebte Wahl. Durch die industrielle Herstellung als Rollenware sind PVC-Böden zudem in unterschiedlichen Stärken erhältlich. Damit ist es auch möglich, den PVC-Boden dünner zu verlegen als andere Bodenbelagsarten. Da PVC dank seiner chemischen Behandlung weicher ist als andere Bodenbelagsarten erhöht sich seine Schalldämmung enorm im Vergleich zu anderen Bodenbelagsarten.

Nachteile von PVC-Boden

Betrachtet man die Nachteile von PVC als Bodenbelag so ist einer seiner Vorteile – nämlich die Weichheit des Bodens zugleich auch sein Nachteil. Werden Möbelstücke auf diesem Boden längere Zeit am selben Platz aufgestellt, so entstehen unschöne Druckstellen im Bodenbelag, die nur schwer wieder zu kaschieren sind. Zudem muss der Untergrund vor der Verlegung des PVC-Boden perfekt vorbereitet und von Unebenheiten gesäubert werden, da sich auf dem flexiblen Material sonst schnell jede Unebenheit abzeichnet. Zudem ist PVC, trotz den positiven Entwicklungen beim Ersatz von Phatalaten durch natürliche Weichmacher, nach wie vor ein Kunststoff auf Erdölbasis. Die Herstellung ist energieintensiv und von der Verarbeitung unterschiedlichster Chemikalien geprägt. Auch wenn sich die Hersteller mittlerweile strengen Vorlagen unterwerfen, insbesondere um den Bodenbelag mit dem Umweltzeichen des Blauen Engel auszeichnen zu dürfen, ist eine Emission von Schadstoffen nie ganz ausschließbar.

Sprechen Sie mit Ihrem Fachmann, bevor Sie sich für einen PVC-Boden entscheiden. Je nach Objekt und Nutzung kann er Ihnen passende Alternativen aufzeigen und auf Ihre Bedürfnisse hin beraten.